Richtig Lernen

Lerntipps von André Mössner  Dipl. Math. ETH , Kantonsschule Zug (Gymnasium), Schweiz
  

5 Können

Das Lernziel "Prüfungsreife" hast du in Mathematik erst erreicht, wenn du den Lernstoff auch kannst. Die Grundvoraussetzung ist das Verstehen, notwendig für den Hauptschritt des Lernens ist das Wissen.

Theoretisch genügt zwar das Verstehen. Daraus kannst du alles ableiten, falls du genug Zeit und Geduld hast. Bloss: An den meisten Prüfungen fehlt dir die Zeit dazu. Es wird von dir erwartet, dass du die gestellten Probleme und Fragen zügig bearbeiten kannst.
Auch das "Wissen" ist zu wenig, um erfolgreich sein können. Beispiel:
Wenn jemand alle Spielregeln des Tennis kennt (weiss), kann er trotzdem noch lange nicht gegen Roger Federer antreten! Federer hat viel geübt, bis er ein Meister war.

Wie wirst du zu einer Könnerin bzw. zu einem Könner?

  • Übung macht den Meister.
    Dies ist zwar ein altes Sprichwort. Dennoch enthält es den Kern des Rezepts.
  • Mit Verstehen und Wissen hast du die Grundsteine gelegt, bist jedoch noch weit vom Ziel entfernt. Um das Ziel "Können" zu erreichen, heisst es üben üben üben und nochmals üben.
    Schon viele haben gedacht, diese Phase überspringen zu können, und sind gescheitert. Aufs Üben kann nur verzichten, wer wirklich genial ist; genial sind leider nur wenige.
  • In der Regel gilt:
    Je mehr du übst, desto besser kannst du es schliesslich. Es ist fast unmöglich, zu viel zu üben.
    Viel üben verschafft dir Routine. Wer routiniert ist, beherrscht die Sache sicher und schnell.
  • Damit du das "genug Üben" auch schaffst, kann eine Zeitplanung sinnvoll sein.
  • Wenn du geprüft wirst, solltest du routiniert sein. Nur so hast du die nötige Sicherheit, auch unter Zeitdruck (und eventuell unter Aufgeregtheit) alles richtig zu machen.
  • Übe realistisch! Übe auf Zeit!
    Wenn du erfahrungsgemäss an einer Prüfung zehn Aufgaben in einer Stunde lösen musst, so solltest du beim Üben für zehn ebenso schwierige Aufgaben weniger als eine Stunde benötigen.
    Du brauchst eine Zeitreserve: Für den Notfall sowie fürs Kontrollieren deiner Lösungen und Antworten.
  • Übe realistisch! Übe allein!
    Selbstverständlich kann es sinnvoll sein, wenn du am Anfang (!) mit Kolleginnen zusammen übst.
    Wenn an der Prüfung keine Teamarbeit erwünscht ist (Normalfall), musst du in der Endphase des Übens in der Lage sein, alle Aufgaben allein zu bewältigen.
  • Übe realistisch! Übe richtig!
    Kontrolliere die Richtigkeit deiner Lösungen beim Üben möglichst sofort. So lange dir noch Fehler passieren, ist dein Lernziel in weiter Ferne. Sei erst zufrieden, wenn beim Üben alle Antworten richtig herausgekommen sind.
  • Sei selbstkritisch und erst zufrieden, wenn du den Stoff wirklich kannst. Dann bist du eine "Meisterin".
    Wenn du so weit bist, beachte auch meine Tipps für die Prüfung.

  


Letzte Änderung: 16.11.2011